Weitere Methoden

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Vergiss erst einmal, was du über Erwachen weißt und denkst. Wir üben hier nur eine Wahrnehmungstechnik, denn es kommt überhaupt nicht auf das Wissen, sondern nur auf deine eigene Wahrnehmung an.

Überprüfe deine Vorannahmen und Glaubensätze und Irrglauben bzgl. des Erwachens.

Dein wahres Wesen kann sich selbst erkennen - nicht dein Verstand.

Du hast keine Erwartungen.

Du bist in entspannter Aufmerksamkeit und Neugier. Nicht in zwanghafter Neugier, sondern in selbstlosem Interesse und Freude an der Welt.

Es ist egal, was andere über dich denken.

Alle Anweisungen, z.B. den Verstand herunterzufahren, gelten nur jetzt in dieser Situation. Morgen kann alles anders sein.

Alle Wörter können nur Hinweise sein.

Klassische Methode
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Die “klassische” Methode des Erwachens ist die Selbsterforschung mit der Frage “Wer bist du?”.

Wer – in deiner Wahrnehmung – bist du?

Es ist wichtig zwischen tatsächlicher Wahrnehmung und Gedanken zu unterscheiden. Du kannst nicht ein Gedanke sein, denn du bist immer noch da, auch wenn du diesen Gedanken jetzt nicht denkst. Auch geht es nicht um rein sinnliche Wahrnehmungen, wie z.B. die Wärme deines Körpers.

Also: Wer – in deiner Wahrnehmung – bist du?

Bist du etwa eine Person? Kannst du deine Person ohne einen Gedanken wahrnehmen?

Also: Wer – in deiner Wahrnehmung – bist du?

Douglas Harding’s Headless Way
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Englisches Video, wo durch Zeigen das erkannt wird, was wir wirklich sind.

Douglas Harding, The Headless Way, presented by Richard Lang

Das Ego-Gefühl kennenlernen
(inspired by Robert Dilts & Judith DeLozier)

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Wähle ein paar Erlebnisse oder Gefühlszustände aus, bei denen es um dich, deine Person bzw. dein Ego geht. Versetze dich nacheinander in diese Erlebnisse oder Gefühlszustände und prüfe, was für ein (Grund-)Gefühl bei all diesen Erlebnissen / Gefühlszuständen gleich ist. Was schwingt immer mit, sobald du dich an ein solches Erlebnis erinnerst bzw. in diesen Gefühlszustand gehst. Was klingt ab, sobald du aus dem Erlebnis herausgehst bzw. diesen Gefühlszustand verlässt?

Es sollten verschiede Erlebnisse bzw. Gefühlszustände aus unterschiedlichen Lebensbereichen sein. Es dürfen positive und negative dabei sein.

Auf diese Weise findest du heraus, was für ein Gefühl mit deiner Person bzw. deinem Ego verbunden ist. Nach dem Erwachen wird dieses Gefühl viel deutlicher zu erkennen und vom reinen Gewahrsein unterscheidbar sein.

Es kann z.B. sein, dass mit der “Person” bzw. dem Ego immer eine leichte Anspannung in einer bestimmten Körperregion verbunden ist oder das Gefühl von Enge. Dieses Grundgefühl kann individuell sehr verschieden sein.


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Prüfe von nun an in möglichst vielen Alltags-Situationen, welche Intensität dieses Person-Gefühl bzw. Ego-Gefühl jeweils hat. Damit kannst du erkennen, wann du die Aktivitäten deiner Person, deines Egos herunterfahren musst, um klarere Sicht des Gewahrseins zu erhalten. Dadurch wirst du immer besser zwischen Gewahrsein und Person bzw. Ego unterscheiden können. Hinweis: Statt eines Grund-Gefühls kann es auch ein immer gleiches Bild in deinem inneren Auge oder ein Geräusch in deinem inneren Ohr.

Doppelt zurücktreten
(inspired by Robert Dilts & Stephen Gilligan)

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Angenommen du wärst eine Kamera.
Dann würdest du nicht beurteilen, was du siehst.

Bitte jetzt nicht sich eine Kamera vorstellen. Das wäre wieder in Konzepten, d.h. im Verstand.

Nimm einfach diese neutrale, alles wahrnehmende Einstellung ein.
Nicht “tief” schauen. Es ist direkt vor deinen Augen.


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Nimm eine bestimmte Position im Raum ein.

Dann trete einen Schritt aus der momentanen Situation zurück,
so dass du dein Leben im Überblick sehen kannst.


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Nun trete noch einen Schritt zurück aus deiner Identität heraus, aus deiner Person heraus.
Was bleibt ausserhalb deiner Identität?

Im zweiten Schritt ist wichtig, dass man sich dabei nicht selbst sieht, sondern für ca. 10 Sekunden nur das Gewahrsein wahrnimmt.
Der erste Schritt ist ein starker persönlicher Schritt, der zweite das genaue Gegenteil davon.

Musik hören
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Wenn wir Musik hören, denken wir normalerweise “ich höre die Musik”. Nimm stattdessen wahr, dass deine Person von der Musik “angespielt” wird. D.h. die Musik löst in deiner Person Emotionen aus, die sich wiederum als Muskeltonus-Veränderungen in deinem Körper bemerkbar machen. Das Gewahrsein kann die Töne und Geräusche der Musik – ohne zu bewerten und ohne zu interpretieren – wahrnehmen und gleichzeitig die Reaktionen deiner Person (in Form von Emotionen) und deines Körpers auf die Musik. Dies geschieht ohne zu dissoziieren, d.h. du bleibst voll im Kontakt zu deinen Gefühlen. Finde nun Musik, die dir diese Wahrnehmung besonders leicht macht, die dir z.B. gut gefällt, ohne zu starke Emotionen auszulösen, aber ohne dich zu langweilen. Dann nimm die Töne und Geräusche der Musik und die Reaktionen deiner Person auf die Musik wahr. Vielleicht musst du ein paarmal die Musik anhalten, um festzustellen, dass das Gewahrsein auch in den Pausen da ist und wie deine Person auf die An- und Abwesenheit der Musik unterschiedlich reagiert.

Nimm diese neutrale, alles wahrnehmende Einstellung ein.