Balancierte Fokussierung

1

Vergiss erst einmal, was du über Erwachen weißt und denkst. Wir üben hier nur eine Wahrnehmungstechnik, denn es kommt überhaupt nicht auf das Wissen, sondern nur auf deine eigene Wahrnehmung an.

Überprüfe deine Vorannahmen und Glaubensätze und Irrglauben bzgl. des Erwachens.

Dein wahres Wesen kann sich selbst erkennen - nicht dein Verstand.

Du hast keine Erwartungen.

Du bist in entspannter Aufmerksamkeit und Neugier. Nicht in zwanghafter Neugier, sondern in selbstlosem Interesse und Freude an der Welt.

Es ist egal, was andere über dich denken.

Alle Anweisungen, z.B. den Verstand herunterzufahren, gelten nur jetzt in dieser Situation. Morgen kann alles anders sein.

Alle Wörter können nur Hinweise sein.

2

Richte deine Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand in ca. 50cm Abstand vor dir und fokussiere diesen Gegenstand.

3

Nun weite deinen Fokus auf deine Umgebung.
Halte gleichzeitig den Gegenstand fokussiert. Während du den Gegenstand fokussiert hältst, achte auf dein peripheres Blickfeld. Bleibe in dieser Sicht bis du sie ohne Anstrengung aufrecht erhalten kannst. Die Weite der Sicht entsteht nicht durch Kraft oder Willensanstrengung, sondern durch Entspannung und Geschehenlassen.

4

Wenn du diese gleichzeitig Weite und fokussierte Sicht hältst, schliesse die Augen.
Fokussiere mit geschlossenen Augen, was in deinem Inneren direkt vor dir ist und halte gleichzeitig die Sicht auf die Weite. Ausser der Weite gibt es noch Höhe und Tiefe.

5

Hinweis:

Bleibe körperlich locker, entspannt und gleichzeitig einsatzbereit.

Wenn du vor einem Fenster stehst und nach draussen schaust, übersiehst du vielleicht dein Spiegelbild in der Glasscheibe.

6

In dieser Weite, Höhe und Tiefe: Es gibt immer einen Raum, der grösser ist, als unsere momentanen Gedanken und Gefühle – deine unendliche Natur.
Was kann in dieser Weite direkt vor deinen Augen wahrgenommen werden ohne speziell darauf zu fokussieren? Du bist immer mehr als du momentan gewahr bist. Wenn du vor einem Fenster stehst und nach draussen schaust, übersiehst du vielleicht dein Spiegelbild in der Glasscheibe. Nimm in gleichzeitig fokussierter und weiter Sicht wahr – ohne jede Aktivität – was jetzt direkt vor deinen Augen ist. Experimentiere eventuell mit stärkerem und schwächerem Fokus bzw. stärkerer und schwächerer Aufmerksamkeit. Bleibe locker und ohne Erwartung. Lass dich dabei überraschen. Was ist immer da, auch wenn die momentane Welle eines Gefühls oder einer Visualisierung wieder abebbt?

(inspired by Richard Moss und John Grinder)